Die Brennnessel (Urtica dioica) ist mehr als nur eine „lästige“ Pflanze – sie ist ein wertvoller Zeiger für die Qualität und Beschaffenheit des Bodens. Wer genau hinschaut, kann an ihrem Wuchs erkennen, welche Nährstoffe im Boden vorhanden sind und wie gesund er ist.
Was zeigt die Brennnessel an?
Die Brennnessel gehört zu den sogenannten Zeigerpflanzen. Das bedeutet: Ihr Vorkommen verrät etwas über die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens.
Nährstoffreich
Ein kräftiges Wachstum der Brennnessel deutet auf einen sehr nährstoffreichen Boden, vor allem mit einem hohen Stickstoffgehalt. Sie liebt Standorte, an denen viele organische Stoffe zersetzt werden – Komposthaufen, Mistplätze, Wegränder, Ackerbrachen.
Humusreich & locker
Brennnesseln bevorzugen Böden mit viel Humus und guter Durchlüftung. Sie wachsen seltener auf verdichteten oder sehr armen Böden.
Feucht, aber nicht staunass
Der Boden darf gern frisch bis mäßig feucht sein, aber nicht dauerhaft nass oder sumpfig.
Warum wächst sie so gut auf nährstoffreichen Böden?
Brennnesseln haben einen hohen Nährstoffbedarf und speichern viel Stickstoff in ihren Blättern und Stängeln. Vor allem auf Böden, die mit Mist, Gülle oder Kompost gedüngt wurden, finden sie optimale Bedingungen vor. Deshalb sieht man sie oft in der Nähe von Ställen oder auf Brachflächen, die lange ungenutzt und „überdüngt“ wurden.
Wo wächst sie nicht so gern?
Auf trockenen, sandigen, mageren Böden mit wenig Humus und Nährstoffen tut sich die Brennnessel schwer. Auch sehr saure Böden mag sie nicht. Fehlt der Stickstoff, bleibt sie klein oder verschwindet ganz.
Fazit
Ein üppiges Brennnessel-Vorkommen ist ein sicherer Hinweis auf einen frischen, nährstoff- und stickstoffreichen, humosen Boden mit guter Struktur.
Das kann für den Garten positiv sein – aber auch ein Zeichen dafür, dass der Boden für manche Kulturpflanzen zu „scharf“ ist und ausbalanciert werden sollte.
Tipp:
Wenn du die Brennnessel entfernst, kannst du sie nutzen! Sie eignet sich hervorragend als Dünger (Brennnesseljauche), Mulch oder sogar als Wildgemüse und Heilpflanze.
Wenn du möchtest, kann ich dir auch noch eine Anleitung zur Herstellung von Brennnesseljauche oder Tipps, wie man den Boden bei starkem Brennnesselbewuchs verbessert, schreiben. Sag Bescheid!