
Der Regenwurm gehört zu den ältesten und zugleich zuverlässigsten Ködern für Friedfische. Er ist günstig, fast überall zu bekommen und wird von Rotaugen, Brassen, Alanden und Güstern gerne genommen. Dieser Beitrag zeigt, warum der Wurm so gut funktioniert, welche Wurmarten sich eignen, wie du ihn anköderst und worauf du beim Weißfischangeln 2026 achten solltest.
Einen allgemeinen Überblick zu Ausrüstung, Methoden und Angelplätzen findest du im Beitrag Weißfischangeln: Tipps, Methoden und Ausrüstung der Anglerzeitung. Dort werden Würmer neben Maden und Mais als bewährte Naturköder genannt. Hier geht es nun gezielt um den Wurm.
Warum der Regenwurm bei Weißfischen so gut funktioniert
Weißfische sind Allesfresser und suchen ihre Nahrung oft am Gewässergrund. Das Rotauge ernährt sich laut einer Fischtafel des Landratsamts Roth unter anderem von Würmern, Schnecken, Kleinkrebsen, Insektenlarven und Wasserpflanzen. Auch Güster und Aland fressen nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen Würmer. Ein Wurm am Haken sieht also wie natürliche Nahrung aus. Dazu kommen Bewegung und Geruch, die auch in trübem Wasser Fische anlocken.
Welche Würmer eignen sich?
- Tauwurm: der große Wurm, der sich gut zum Anbieten ganzer Köder oder in Stücken eignet. Er gilt unter Anglern als guter Brassenköder. Für kleine Rotaugen ist er als ganzer Wurm oft zu groß, in Stücken funktioniert er aber ebenfalls.
- Mistwurm und Rotwurm: kleiner, quirliger und ideal für feine Posenmontagen mit kleinem Haken. Anglerberichte beschreiben, dass Mistwurm oder Mais kleine Fische eher vom Köder fernhalten, wenn man gezielt größere Weißfische sucht.
- Wurmstücke im Futter: Zerschnittene Würmer im Futter setzen Duftstoffe frei. Das kann Brassen am Platz halten.
Beachte dabei, dass viele dieser Hinweise auf Erfahrungen von Anglern beruhen und nicht auf Studien. Probiere am eigenen Gewässer aus, was funktioniert.
Wo du Würmer herbekommst
Würmer lassen sich im Angelfachhandel kaufen. Du kannst sie auch selbst sammeln, am besten abends nach Regen im feuchten Rasen oder Laub, mit Taschenlampe und etwas Geduld. Bewahre sie kühl in feuchter Erde auf, damit sie frisch und beweglich bleiben. Ein träger Wurm lockt weniger Fische an als ein lebhafter.
Ausrüstung für das Angeln mit Regenwurm
Die Ausrüstung entspricht dem, was beim Friedfischangeln üblich ist. Die Anglerzeitung nennt für Weißfische eine Rute von etwa drei bis vier Metern mit sensibler Spitze, eine fein einstellbare Rolle, eine dünne Schnur mit rund 3 bis 5 Kilogramm Tragkraft und einen Kescher mit weichem Netz. Für den Wurm bieten sich diese Techniken an:
- Posenangeln: Ein Schwimmer hält den Köder in der gewünschten Tiefe. Eine leichte Posenmontage mit dem Köder in Grundnähe an flachen, schilfbewachsenen Ufern gilt als besonders fängig bei Rotaugen. Mehr dazu im Beitrag Die Kunst des Posenangelns und in der Übersicht Welche Pose für welchen Fisch.
- Feedern und Grundangeln: Ein Wurm auf dem Grund eignet sich vor allem für Brassen. Wer gezielt auf diese Art angelt, findet Tipps im Beitrag Brassen angeln.
- Stippen und Matchangeln: Mit feiner Montage lassen sich kleine Wurmstücke präzise anbieten. Siehe Stippangeln und Matchangeln.
So köderst du den Wurm richtig an
- Haken passend wählen. Für Mistwurm und Wurmstücke reichen kleine bis mittlere Haken. Die Anglerzeitung empfiehlt bei häufigen Fehlbissen, die Hakengröße von 14 auf 16 zu verkleinern.
- Wurm nur einmal oder zweimal aufziehen. Der Wurm soll sich noch bewegen können. Ein Köder, der vollständig auf den Haken geschoben ist, wirkt unnatürlich.
- Auf die Größe der Zielfische achten. Für Rotaugen reichen ein bis zwei kleine Würmer oder ein Stück Tauwurm. Auf Brassen kannst du größere Köder anbieten, etwa einen ganzen Tauwurm oder zwei bis drei Rotwürmer.
- Kombinieren. Viele Angler setzen den Wurm zusammen mit Made oder Mais an den Haken. Das erhöht die Sichtbarkeit und die Lockwirkung.
- Köder regelmäßig prüfen. Ein ausgesaugter oder schlaffer Wurm sollte ersetzt werden.
Wann und wo beißen Weißfische auf Wurm?
Weißfische halten sich gern an Schilfgürteln, Krautbetten und anderen Strukturen auf. Nach Angaben der Anglerzeitung stehen sie im Frühjahr und Herbst eher in tieferen Bereichen und im Sommer häufiger in flachen Uferzonen. Die besten Zeiten sind frühe Morgenstunden und der späte Nachmittag. Wenn die Fische beißlustig sind, lohnt es sich, alle paar Minuten nachzuwerfen oder nachzufüttern, damit sie am Platz bleiben. Wer größere Brassen sucht, probiert es nach Anglererfahrung auch in der Dämmerung oder nachts.
Rechtliches und fairer Umgang
Bevor du loszeltst, kläre die Regeln für dein Gewässer. In Deutschland unterscheiden sich Fischereischein-Pflicht, Schonzeiten, Mindestmaße und Gewässerordnungen je nach Bundesland und Pächter. Lies die Erlaubnisbedingungen deines Vereins oder Gewässers und halte dich daran. Entnimm nur so viele Fische, wie du auch verwerten möchtest, und lasse untermaßige oder geschonte Fische schonend zurück. Mit einem weichen Kescher und nassen Händen bleibt der Fisch besser geschützt. Wer Weißfische essen möchte, findet in den Anglerzeitung-Tipps zum Schröpfen der Filets Ideen, wie sich die vielen feinen Gräten bändigen lassen.
Fazit
Der Regenwurm ist ein vielseitiger Köder, der bei Rotauge, Brasse und Co. zu Recht beliebt ist. Mit einer feinen Posen- oder Feedermontage, passend gewählten Würmern und etwas Geduld lässt sich damit an fast jedem Gewässer erfolgreich angeln. Probiere verschiedene Wurmarten und Hakengrößen aus und achte auf frische, bewegliche Köder. Petri Heil!
Quellen
- Anglerzeitung: Weißfischangeln, Tipps, Methoden und Ausrüstung
- Landratsamt Roth: Fischtafel Rotfeder, Rotauge, Brachse
- Regierungspräsidium Gießen: Fische in Hessen, Teil 3