
Steingärten sind seit Jahren ein kontroverses Thema – besonders in Zeiten von Klimawandel, Insektensterben und zunehmender Flächenversiegelung. Während sie für manche pflegeleicht und modern wirken, gelten sie für andere als ökologisch problematisch. Dieser Beitrag zeigt dir die aktuelle Einordnung für 2026.
1. Was genau ist ein „Steingarten“?
Wichtig ist die Unterscheidung:
- Klassischer Steingarten: naturnah, mit alpinen Pflanzen, durchlässigem Boden und hoher Artenvielfalt
- Schottergarten („Garten des Grauens“): großflächig mit Kies/Steinen bedeckt, kaum oder keine Bepflanzung
Die Kritik richtet sich fast ausschließlich gegen Schottergärten, nicht gegen naturnahe Steingärten.
2. Warum Steingärten oft als umweltschädlich gelten
2.1 Verlust von Lebensraum
Schottergärten bieten:
- kaum Nahrung für Insekten
- keine Nistplätze für Vögel oder Kleintiere
Damit tragen sie zur Verarmung der Biodiversität bei.
Quelle:
2.2 Aufheizung im Sommer
Steine speichern Wärme stark und geben sie langsam wieder ab.
Folgen:
- höhere Temperaturen rund ums Haus
- Verstärkung von Hitzeinseln in Städten
Quelle:
2.3 Schlechtere Bodenfunktion
Viele Schottergärten sind mit Folie oder Vlies unterlegt:
- weniger Wasser versickert
- Bodenleben wird eingeschränkt
- Mikroorganismen verschwinden
Quelle:
2.4 Kein Beitrag zum Klimaschutz
Im Vergleich zu bepflanzten Flächen fehlt:
- CO₂-Bindung durch Pflanzen
- Kühlung durch Verdunstung
3. Gibt es auch Vorteile?
Ja – allerdings vor allem aus praktischer, nicht ökologischer Sicht.
3.1 Pflegeaufwand
- Weniger Gießen
- Weniger Rasenmähen
Allerdings: Unkraut wächst trotzdem – oft sogar hartnäckig zwischen Steinen.
3.2 Gestaltung und Nutzung
- Modernes, minimalistisches Design
- Gut für trockene Standorte geeignet
3.3 Wasserverbrauch (eingeschränkt)
Bei richtiger Anlage kann Wasser gespart werden – allerdings nur, wenn keine Folien die Versickerung verhindern.
4. Rechtliche Lage 2026 (Deutschland)
Immer mehr Bundesländer und Kommunen gehen gegen Schottergärten vor.
Hintergrund:
- Sie gelten oft als versiegelte Fläche
- Verstoßen teilweise gegen Landesbauordnungen (Vorgabe: „nicht überbaute Flächen sind zu begrünen“)
Beispiele für strengere Regelungen:
- Baden-Württemberg
- Nordrhein-Westfalen
- Bayern (lokale Satzungen)
Quelle:
5. Bessere Alternativen
Wenn du wenig Pflege willst, aber umweltfreundlicher bleiben möchtest:
- Naturgarten mit heimischen Pflanzen
- Kiesgarten mit Bepflanzung (z. B. trockenheitsresistente Stauden)
- Blühflächen statt Rasen
- Bodendecker statt nackter Erde
Diese Optionen kombinieren:
- geringe Pflege
- hohe ökologische Wirkung
6. Fazit: Sind Steingärten schlecht?
Kurz gesagt:
- Klassische, bepflanzte Steingärten → ökologisch sinnvoll
- Schottergärten ohne Pflanzen → meist problematisch
Die Kritik ist also berechtigt – aber differenziert zu betrachten.
Ein moderner Garten im Jahr 2026 sollte:
- klimaangepasst
- biodivers
- möglichst naturnah
sein – und genau hier schneiden reine Schotterflächen schlecht ab.
Quellen (Auswahl)
- https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/schottergaerten/
- https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/24863.html
- https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/folgen-des-klimawandels
- https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik
- https://www.gartenjournal.net/schottergarten